Samstag, 31. Januar 2009

Mein Engel und ich für einen Tag im Luxusleben eines japanischen Ryokan

Nachdem wir uns die Insel Miyajima 宮島 mit dem berühmten Tor im Wasser angeguckt hatten, wurden wir von einem Schoffeur zum Ryokan namens sekitei 石亭 gebracht, dass Momoko’s Mutter für uns ausgesucht und bezahlt hat. Am Eingang wurden wir von zwei weiteren im Anzug gekleideten Männern und zwei im Kimono gekleideten Damen mit tiefen Verbeugungen und Willkommensrufen begrüßt. Sie nahmen sofort unsere Rucksäcke ab und führten uns in das unglaublich schön und warm, Japanisch eingerichteten Ryokan 旅館. Die Wände waren aus Holz und es führte ein Gang aus Steinen auf dem quer Holzplatten zum bequemen Gehen gelegt wurden durch das Ryokan. Natürlich bekamen wir gleich am Eingang Japanische Hausschuhe. Es ging eine Wendeltreppe nach oben zu unserem, Zimmer oder besser gesagt Zimmern. Unser Wohnraum bestand aus drei, mit Tatami eingerichteten, und durch Papierwänden getrennten Zimmern, einem eigenen Ofuro, einem Badezimmer, Toilette, einem Vorzimmer sowie einem Espressozimmer. Eine ganze Fensterfront ließ einen herlichen Blich auf die Insel Miyajima zu.
Nach einem Spaziergang durch den Japanischen Garten und einem Onsenbad wurde das Essen serviert. Nach dem Bad zieht man sich in einem Ryokan ein Yukata, ein traditionell Japanisches Kleidungsstück, an. Vielleicht kann man sich bei der Erklärung, eine Art Bademantel, einfacher etwas darunter vorstellen. Jedoch ist der Yukata viel bedeutsamer als ein Bademantel. Man lässt ihn dann für den ganzen Aufenthalt an. Selbst wenn man durch den Garten oder auf die Straße geht. Als Zusatz, für die kalten Tage, gibt es einen zweiten Yukata und eine Art Weste obendrein.
Die im Kimono gekleidete, für uns zuständige Dame, hockte sich in dem Vorzimmer vor die Schiebetür, öffnet sie dann zunächst nur ein viertel, bis sie schließlich wieder aufstand und die Schiebetür ganz öffnet und hereinkommt. Sie servierte insgesamt 14 Gänge. Bei jedem Gang gab sie eine Erklärung, um welchen Fisch es sich diesmal handelt. Jeder Gang bestand aus 2 bis 5 kleinen Schüsseln indem der Inhalt noch einmal um einiges kleiner war. Es gab die verschiedensten Varianten Fisch, die von Austern カキ über Muscheln bis zum Karpfen コイ reichten, sowie Fleisch, Gemüse, Obst, Salat usw. Das Abendessen zog sich über 3 Stunden hin und war, nachdem man sich an die kleinen Portionen gewöhnt hatte, sehr lecker. Das Essen wurde natürlich an einem niedrigen Tisch, solange es ging im Schneidersitz und anschließend in irgendwelchen Sitzverrenkungen, eingenommen. Zu trinken gönnten wir uns Asahi Bier und zum Reis, genauso wie vor und nach dem Essen, wurde Ocha (jap.Tee) お茶 serviert. Momoko erklärte mir, dass die Japaner zum Reis niemals Bier sondern immer Tee trinken. Außerdem wird nach dem der Reis auf den Feldern abgeerntet ist, Gemüse unter die Erde gelegt, dass dort über den Winter quasi eingelegt ist. Dies Gemüse nett sich danach tsukemono 漬物. Es gehört fast zu jedem traditionell Japanischem Essen.
Nach dem Essen wurde von 2 oder 3 Bediensteten in einem der beiden großen Räumen der Futon 布団 aufgebaut. In dieser Zeit haben sie die Zimmer mit den Schiebewänden von einander abgetrennt.
Vor dem Schlafen gehen ging Momoko noch mal ins Onsen. Mir war das zuviel aber am nächsten Morgen vor dem Frühstück tat es richtig gut, sich draußen in das heiße brodelnde Onsen zu setzen und die frische Morgenluft zu genießen. Im Onsen gibt es eine Naturquelle und das Wasser ist ca. 40 Grad heiß. Das Becken dient nicht zum sauber machen sondern zur spirituellen Reinheit und für Geist und Seele. Deswegen wird viel Wert darauf gelegt das man sich vorher richtig sauber macht. Dazu stehen, außer bei öffentlichen Bädern, immer Shampoo, Body louschen, Handtücher, ein Holzgefäß , Duschkopf und Bürsten bereit. Das Holzgefäß hat seinen Ursprung, vor der Zeit der Duschen. Man füllt ihn mit Wasser und schüttet sich ihn über den Kopf. Ein kleines Handtuch wird zum abschrubben des Körpers benutzt und kann dabei ruhig richtig nass werden. Japan blickt auf eine uralte Badekultur zurück.
Das Frühstück war wieder herrlich. Es gab unter anderem eine Muschel Misusoup und gekochter Tofu. Außerdem wurde ein, eigens für Noriblätter gedachter, Grill mitserviert. Salat, Gemüse, Reis und Tee hat natürlich auch nicht gefehlt. Vor dem Auschecken habe ich mir noch 2 Espresso in der Lounch gegönnt.
Ich kann jedem der sich länger als nur für einen Kurzurlaub in Japan aufhält, ein Ryokan nur empfehlen. Leider kostet ein gutes Ryokan mindestens 10.000 Yen pro Nacht. Aber es lohnt sich es einmal gemacht zu haben.
A small store in Miyajima
Itsukushima Shrine Torii on sunset
View out of the Ryokan

Freitag, 30. Januar 2009

Abenteuer auf der Insel Sado 佐渡島



Am 18. Januar machten Flo und ich uns früh morgens auf den Weg Richtung Westen Japans. Nach einem kurzen Frühstück ging es mit den Shinkansen 新幹線 in Hochgeschwindigkeit nach Niigata (ca. 2,5 St.). Der Grund der Reise war folgender. Wir hatten ein paar Tage Zeit und wollten gerne mal die Schneelandschaft Japans sehen. Nach ca. einer Stunde fuhren wir in einen, von vielen, ellenlangen Tunnel und ich sagte zu Flo: „Pass auf wenn wir aus dem Tunnel wieder rauskommen ist alles verschneit. Ich weiß nicht genau wie ich gerade zu dem Zeitpunkt darauf kam aber es stimmte. Nach ca. 10 min. dunklen Tunnel brennte eine weiß leuchtende aber wunderschöne, verschneite Schneelandschaft in unseren Augen. Am liebsten wären wir hier gleich ausgestiegen.
Bei unserer Ankunft in Niigata 新潟 war der Himmel leider leicht bewölkt und der Schnee schien auch nicht mehr liegen zu bleiben. Bei der Touristen Information haben wir uns Prospekte über Ryokans 旅館 (traditionell eingerichtete Gasthäuser oft auch mit Onsen) und andere Unterkünfte besorgt, denn wir wussten ja noch nicht wo wir schlafen sollten. Leider stellte sich heraus das die Suche schwerer war als anfänglich erwartet. Alle Ryokans waren ausgebucht. Also landeten wir am Ende in einem Relax-Zentrum スパー, in dem man auch übernachten kann. Unspektakulär und unjapanisch.
Am nächsten Tag nahmen wir die Fähre um auf die Insel Sado zu kommen. Die Insel liegt im Japanischen Meer und hat eine Fläche von ca. 900 km2 (In etwa so groß wie die Insel Rügen). Zum Glück hatten wir am Abend zuvor ein Youth Hostel gebucht, das im japanischen Stiel eingerichtet sein sollte. Das YH befand sich an der nordöstlichen Spitze der Insel und somit nahmen einen der wenigen Busse, die zu dieser Jahreszeit fuhren. Die Insel schien verlassen und im Winterschlaf, war aber landschaftlich sehr schön. Mit dem Bus fuhren wir eine schmale Holperstraße entlang. Rechts die mit Schnee bedeckten Vulkanberge und links der Abhang mit einer Felsküste wie etwa in Scotland oder Irland. Mal ging es nur wenige Meter runter mal hundert oder mehr. Die Dörfer wurden immer kleiner und die Häuser sahen immer älter und zerfallener aus. Nach 2 Stunden Busfahrt kamen wir endlich an. Das heißt, so richtig konnten wir uns nicht vorstellen dass in diesem einsamen Kaff ein YH ist. Aber der Busfahrer deutete auf eins der Häuser. Tatsächlich, es stand ein Schild an der Scheune. YH.
Es dämmerte schon sehr und war bitter kalt. Wir tasteten uns vorsichtig von Tür zu Tür bis wir von einem Ojisan 叔父さん(älteren Herren) hereingebeten wurden. Die Obasanお祖母さんbegrüßte uns auch freundlich und wir konnten unser, traditionell eingerichtetes Zimmer, beziehen. Aus dem Fenster konnte man das Meer sehen und rauschen hören. Es war verlassen und ruhig aber wunderschön. Keine riesigen Hotelklötze und moderne Restaurants, sondern nur ein paar alte Häuser und natur pur. Nachdem wir uns noch mal für eine halbe Stunde am Strand den Wind durch die Ohren pfeifen lassen haben, gab es leckeren Tee und anschließend Abendessen. Die Obasan servierte ein typisch japanisches Essen mit Auster, Sashimi (roher Fisch), Reis, Onabe usw. Wir waren die einzigen Gäste und es war im Haus bitter kalt. Die einzigen warmen Plätze waren unser Zimmer dank des Heizers und das Esszimmer aber auch nur wenn man vor dem Heizer stand oder unter dem Kotatsu 炬燵 (japanischer Esstisch mit Heizung) saß. In der Ecke des Esszimmers standen ein Klavier und eine Gitarre. Außerdem gab es eine kleine Feuerstelle. Es sah so aus als wenn man es sich richtig gut gehen lassen kann wenn man, vielleicht zu einer anderen Jahreszeit, mit mehreren Leuten hier Gitarre spielt, zusammen sitzt und vor dem Feuer die Ruhe genießt. In den Gästebucheinträge habe ich Dinge gelesen wie: „even the meal was worth the price of the YH“. „A wonderful silent place in the middle of nowhere”. “I was warm welcomed by a friendly old couple”. oder “I came down the mountain were I was freezing all over my body and find this wonderful place with a big tasty meal”.
Am nächsten Morgen brachte uns der Ojisan mit dem Auto zu einem, in unserer Karte eingezeichneten Fußpfad, den wir dann bei herrlichem Wetter am Meer entlangliefen. Vorbei an den Futatsu game 二つ, zwei Felsen die so aussehen wie zwei Schildkröten. Die Gipfel der Berge waren mit Schnee bedeckt, die Wellen peitschten in die Felsenküste und wir durchquerten Dörfer eins einsamer als das andere. Ab und zu sah man einen Fischer in seinen Gummistiefeln lang watscheln oder eine alte Frau brachte Wäsche zum Aufhängen nach draußen. Als wir in Washizaki 鷲崎 ankamen, mussten wir noch 2 Stunden auf den einzigen Bus warten. Zufällig sah Flo jemanden in eine Art Geschäft reingehen, sonst hätten wir wohl gar nicht gewusst, dass der Laden geöffnet hat. Als wir die etwas mollige Dame fragten ob den ein Restaurant oder etwas ähnliches geöffnet hätte, sagte sie nach kurzem zögern: „Nein aber mein Mann kann Ihnen Ramen ラーメンmachen“. Na das war doch was. Leckere Ramen nach 3 bis 4 Stunden wandern. Das Geschäft bot verschiedene Lebensmittel und weiter hinten, wo auch ein Tisch mit ein paar Stühlen stand, an dem ich die Ramen aß, hingen überall gruselige Masken an der Wand. Sie waren wohl für Theaterstücke, Kabuki, oder so.
Abens ging es dann mit dem Schiff zurück aufs Japanische Festland und mit dem Shinkansen zurück in die an Menschenmassen zu ersticken scheinende Weltmetropole Toyko.

Zu Neujahr bei Familie Nakamura 中村

Um ein Uhr hat mich mein Freund Tetsuya Nakamura 哲也中村am Bahnhof Minami Urawa 南浦和 abgeholt. Ich hatte die Ehre bei der in Japan so wichtigen Neujahrszeit, die man mit seiner Familie verbringt, bei einem traditionellen Essen dabei zu sein.

Zuerst sind wir zu Tetsuyas Haus gefahren und er hat mir seine Eltern, Cusine und eine Bekannte vorgestellt. Nach einem Tee sind wir zu einem, in der Nähe sich befindenden Tempel gefahren. Testuyas Vater war Grundschullehrer und hatte sehr viel Spaß daran Dinge zu erklären. So erzählte er uns was es sich mit den verschiedenen Statuen und dem Tempel auf sich hatte. Testsuya musste ab und zu als Übersetzer ins Englische fungieren.

Anschließend ging es zurück zur Wohnung. Das Haus war sehr traditionell mit Tatamiboden und einem sehr schönen Garten. Tetsuyas Vater zeigte mir Bilder aus dem Frühling wo der Garten mit hundert verschiedenen Blumen blühte. Ein Japanischer Blumengarten auf engsten Raum. Begeistert erzählte er mir die verschiedenen Blumenarten. Unter anderem auch Essbare Blumen. Ein anderer Blütenbaum hatte so eine glatte Rinde, dass der Name des Baums aus dem Wort Affe und runter rutschen bzw. glatt sein zusammen gesetzt wird. (サルスベル à 猿 - Affe 滑る - ausrutschen)

Zurück im warmen Haus gab es dann Essen. Tetsuyas Mutter tischte viele verschiedene kleine Schälchen mit unterschiedlichsten Essen auf. Meistens Fisch und Gemüse. Unter anderem auch Essen, das nur an Neujahr gegessen wird. Z.B. eine ganz Besondere Art von Fischeiern.

Wir saßen am Tisch und aßen und ich wurde mit Fragen nur so gelöchert. Die meisten Fragen stellte sein Vater. Die Situation erinnerte mich daran wie es war als mein Freund Rensuke bei meiner Familie zu Gast war. Auch wenn ich kaum zum Essen kam, hat es sehr viel Spaß gemacht sich mit Tetsuyas Familie zu unterhalten. Es ging auch um Interessante Themen. Nicht nur die Unterschiede zwischen Deutschland und Japan oder warum ich Japanisch studiere sondern auch um das Deutsche Schulsystem oder um die Geschichte Japans. Warum die Japaner sich so lange von dem Rest der Welt abgeschottet haben und so weiter. Tetsuyas Vater wollte immer alles erklären auch wenn die anderen Familienmitglieder ein bisschen stutzig wurden und sagten es sei zu schwer. Auch Tetsuyas Oma nahm am Essen teil, kam aber nur selten zu Wort. Zum Essen gab es auch reichlich alkoholische Getränke. Zuerst gab es Asahi Bier und anschließend einen Chouchu. In Japan wird immer dem anderen eingeschenkt. Sobald das Glas des Nachbarn leer zu werden scheint, sollte man ihm nachschenken. Aber insgesamt war es nicht so das wir alle immer mehr Alkohol tranken, sondern es wurde dann zum Ende des Essens auf Japanischen grünen Tee umgestiegen. Auch einen Kaffee und ein paar Kekse bekamen wir noch von Tetsuyas Mutter serviert. Was mir auch nicht zum ersten Mal aufgefallen ist, ist dass die Frau in Japan wirklich in der Küche auf sich alleine gestellt ist.

Dieser Tag war nach Silvester und Weihnachten, endlich mal wieder Japan wie ich es kennen lernen möchte. Die Familie war sehr aufgeschlossen gegenüber Ausländer. Das mag vielleicht nicht so typisch in traditionellen Familien sein aber es hat mich sehr an meine Familie erinnert. Tetsuya arbeitet für eine japanische Hilfsorganisation, in deren Dienst er unter anderem im Libanon tätig war. Sein Vater arbeitete wie schon erwähnt als Grundschullehrer und bot im letzten Sommer ehrenamtlich für Kinder einen Kurs zum Anbau von Lebensmittel im Garten an. Und das unter kontrolliert biologischen Anbau. Das ist für Asien und auch für Japan nicht an der Tagesordnung. Wenn man sich den Massenkonsum in Tokyo anguckt ist das, so denke ich, eine große Ausnahme.

Dieser Nachmittag bei der Familie Nakamura war für mich bis jetzt eine der interessantesten Erfahrungen seit dem ich in Japan bin. Fernab vom konsumorientierten, Massen produzierenden und schnelllebigen Tokyo. Obwohl es nur ein paar Stationen von Souka entfernt war.

Freitag, 9. Januar 2009

Yokohama - das moderne Japan


Heute stand Yokohama auf dem Plan. Um 9 ging es mit meinen Kommilitonen Jenny, Roxy, Janu, Katja und Flo los. Die Fahrt sollte eineinhalb Stunden dauern. Angekommen in Yokohama, haben wir uns erstmal mit dem schnellsten Fahrstuhl der Welt in den 69 Stock des Landmarktowers schießen lassen (40 Sekunden). Im Fahrstuhl hat eine Mitarbeiterin des Landmarktowers auf dem kurzen Weg nach oben ihren Text über die Aussicht mit dem Gesicht zur Wand aufgesagt. Jedoch hat ihr keiner zugehört. Trotzdem wird der Text ordentlich und in der gleichen Geschwindigkeit, komplett, wie wahrscheinlich hundert Mal am Tag aufgesagt. Von Oben ließ sich eine herrliche Aussicht über Yokohama genießen. Auch der Fuji-san war gut zu sehen.
Anschließend ging es durch den Hafen von Yokohama bis hin zum berühmten China-Town. Auf dem Weg dort hin konnten wir einen Straßenkünstler bewundern, der mit einem japanischen Messer, einer Fackel und einem Apfel jongliert hat. Das witzige war das er während des Jonglierens vom Apfel abgebissen hat und das alles auf einem 2 mtr. hohem Einrad.
In China-Town gibt es mehr als 500 Restaurants und Läden. In jede Himmelsrichtung begrenzt ein großes Tor das eigenständige Viertel. China-Town war sehr interessant jedoch hab ich es mir ein bischen anders vorgestellt. Wir hatten mit, Janina und Roxy ja auch zwei Experten dabei, die in China ihr Auslandsjahr absolvieren und über Neujahr nach Tokyo gekommen sind. Sie haben auch gesagt, dass das Flair mit den ganzen kleinen Läden und den Gemüse, Obst und Verkaufsständen nicht ganz so wie in China ist. Auch das jedes Restaurant ihre Köstlichkeiten in Wachs gegossen vor dem Restaurant zur Schau stellt ist in China unüblich. Hier in China-Town von Yokahama wurde es aber Japan angepasst. Da hilft wohl nur eins. Ich muss nach China. Aber das steht sowieso schon lange auf meiner Liste.

View from the Landmarktower

A man feeding the pigeons

Yokohama at night with the amazing big wheel in the middle

Mt. Fuji in sunset light

China Town at night
Chinese dragons

Old Chinese lines as a scenery

Freitag, 2. Januar 2009

Weihnachten in Japan


Weihnachten in Japan ist definitiv nicht dasselbe. Obwohl die Japaner die wenigen Bäume die hier in und um Tokyo stehen allesamt mit blau und weiß leuchtenden Lichterketten beschmückt haben.
Weihnachtsstimmung kam bei mir nicht richtig auf. Am heiligen Abend sind wir mit ein paar Leuten im Wohnheim geblieben, haben, ein paar Biere getrunken, die Japanerinnen die zu Gast waren haben ein bisschen gekocht und wir haben einfach ein paar interessante Unterhaltungen geführt.
Der Abend war ganz ok. Anders als die sonstigen Wohnheimpartys. Man konnte sich besser unterhalten, da nicht so viele Leute da waren und die Musik nicht so laut war. Nur leider hatte der Heilige Abend so ziemlich nichts mit Weihnachten zu tun. Wir hatten weder Weihnachtsmusik noch Weihnachtsschmuck. Da kommt schon mal Heimweh auf. Aber das zeigt mir wie schön und wichtig mir meine Familie ist. Und dass Weihnachten zu Hause unersetzbar ist.
In Japan geht man am 24. und 25. Dezember mit seinem Freund oder Freundin aus. Silvester hingegen wird mit der Familie verbracht.
Aber noch mal zurück zur, hier in Japan als Illumination bezeichneten, Weihnachtsdekoration. Denn es heißt hier je greller und leuchtender umso beliebter. Die folgenden Fotos aus dem Zentrum Tokios (Shibuya, Roppongi, Shinjuku) sagen glaube ich alles.





Illimination in Shinjuku 2008
 Ist das nicht unglaublich

 Hier werden verschiedene Sternenbilder abwechselnd angezeigt
Im Hintergrund Roppongi Hills
Wahnsinn oder?
 Ein Lichterspiel

Hagoita, Reiswein und Karaoke

Am 17. Dezember wurde von der Dokkyo-Universität ein Vortrag über Shouchu  焼酎 und Hagoita 羽子板 auf Englisch angeboten. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Nach dem Unterricht ging es dann um 15:00 Uhr los. Die erste Referentin Yutaka (studiert im 4. Jahr Englisch und japanische Kultur) erklärte uns den Unterschied zwischen japanischen Nihonchu und Shouchu. Nihonchu ist japanischer Reiswein, der etwa 15 Porzent Alkohol beinhaltet. Shouchu hingegen ist ehr mit Whiskey zu vergleichen und ist dementsprechend hochprozentig. Shouchu kann auch aus Kartoffeln, Tomaten oder Getreide gemacht werden. Während der Präsentation durften wir dann vier verschiedene Sorten probieren. Allerdings wurden alle mit Wasser getrunken. Sehr interessante Geschmäcker aber bis jetzt würde ich einen schönen Wein oder ein Glas Whiskey bevorzugen.

Die zweite Präsentation, die von Chika abgehalten wurde, bezog sich auf das Hagoitafest. Nachdem wir erklärt bekommen haben, was ein Hagoita ist haben wir alle unseren eigenen Hagoita gebastelt. Ein Hagoita sieht aus wie ein kleiner Tischtennisschläger der mit glücksbringenden Symbolen beklebt wird. Er wird unter anderem auch für ein Spiel in dem man einen Ball mit Federn hin und her schlägt benutzt. Anschließend wurde das Spiel dann auch ausgeübt und wer den Ball nicht trifft, hat nicht nur Pech, sondern wurde auch noch mit Tinte bemalt. Ferner wird die Hagoita z. B. bei der Geburt eines Kindes als Glücksbringer verschenkt, der böse Geister von dem neu geborenen Kind fernhalten soll. Ein Hagoita ist ein Glücksymbol und noch in vielen traditionellen Haushalten zu finden.

Um sieben ging es dann weiter nach Asakusa  浅草 . In Asakusa findet jedes Jahr das Hagoitafestival statt. Leider war das heute nicht der Fall und es regnete wie aus Eimern. Nichts desto trotz haben wir uns nach einer kleinen Besichtigung und dem Bestaunen über Hagoita die tausende von Euro kosten, in einem Izakaya 居酒屋 gemütlich gemacht. In der kleinen Gruppe die dann noch über war, ca. 10,12 Leute, haben wir dann ein, in der Veranstaltung mit einbegriffen, Nomihodai 飲み放題 (all you can drink) gemacht. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Die Anzahl der Japaner und Ausländer war gut ausgeglichen.
Wie in Japan so oft üblich ging es dann weiter in die Karaokebar カラオケ und gegen Mitternacht mit dem letzten Zug nach Hause. Schlecht getimt war nur mein am nächsten Tag anstehendes Referat. Naja da muss man Prioritäten setzen. Und an diesem Abend hieß das Karaokebar.

Futsal - Ein Fußball-Tag auf Japanische Art



Am Anfang meines Aufenthaltes habe ich gedacht jetzt bin ich schon in Japan und trotzdem wohne ich mit lauter Deutschen und nur ein paar Koreanern und Kanadiern in einem Wohnheim. Und in der Uni lerne ich mit 8 weiteren deutschen und drei Chinesen zusammen Japanisch. Wozu komme ich denn nach Japan. Aber zum Glück hat sich das sehr schnell geändert, weil man fast täglich Japaner kennengelernt hat. Aber auch meine Entscheidung einem Futsal Circle beizutreten hat entscheidend dazu beigetragen. Hier war ich der einzige Ausländer der je seit der Gründung vor 4 oder 5 Jahren, in den Circle eingetreten ist. Im Folgenden möchte ich mal einen typischen Ablauf eines Fußball-Tages beschreiben.

Montag vormittag. Die Lehrerin rattert ihr Japanisch runter, die Augen sind noch nicht richtig auf zu kriegen und der Wochenendschlafruethmuss macht mich zu schaffen. Zum Glueck lacht mich der Kaffee vor mir an. Nach drei Doppelstunden ist es endlich so weit und es geht in das Umkleidegebäude der Uni und ab zum Futsalfeld. Ab jetzt heißt es 3 bis 4 Stunden Fußball. Das hört sich lang an aber für mich genau das Richtige. Außerdem ist es so dass die Japaner auch gerne mal rumtrödeln und zwischendurch Pausen machen. Die Teams werden mit den bei uns bekannten Schnick, Schnack, Schnuck ausgewaehlt.

Der Circle besteht aus ca. 50 Mitgliedern wobei nie alle kommen. Den Captain stellt immer jemand aus dem 2.Jahr, Da die Studenten ab dem 3. Jahr anfangen müssen sich eine Arbeit nach ihrem Universitätsabschluss zu suchen. So wurde mir das jedenfalls erklärt. In dem Circle gibt es auch eine große Anzahl Mädchen die begeistert mitkicken. Meistens spielen die Mädchen für sich. Jedoch kommt es auch mal vor, dass die Mannschaften gemischt werden. Gegen halb 7 geht es dann zum Duschen. Aber das ist noch nicht das Ende des Futsaltages des Circles Espiranca der Dokkyo Universitaet. Denn anschliessend suchen wir mit einer Gruppe von noch ca. zehn Leuten ein schoenes Izakaya aus und lassen es uns bei einem Bier und leckerem gegrillten Fleisch gut gehen. Manchmal gehen wir aber auch nur in den Schnellimbiss oder ins billige Famaly-Restaurant und spielen danach Dart, Billard oder gehen Bowlen. Mir gefällt das sehr gut, dass der ganze Tag dem Futsal-Circle gehört. Dann reicht mir auch, wenn man sich eben nur einmal die Woche trifft.


Darüber hinaus organisiert unser Captain bei verschiedenen Anlässen Nomikais 飲み会 . Das bedeutet uebersetzt Trinktreffen. z. B. gehen wir am 29. Dezember zusammen das Jahresabschlussfest feiern. Das so genannte bonenkai. 簿年会 . Auf diesen Veranstaltungen wird immer viel getrunken, gegessen und gelacht. Hier kann man die Gewohnheiten der Japaner sehr gut beobachten und ein Teil davon werden. Ich denke, dass es was anderes ist, als wenn Partys oder ähnliches stattfinden, auf denen die Hälfte Ausländer sind.
Es war eine sehr gute Entscheidung dem Circle beizutreten, denn hier habe ich sehr viel über die japanischen Studenten herausfinden können. Außerdem wurde ich total freundlich aufgenommen und durfte immer bei allem mitmachen. Es kam z.B. vor dass ich kurze Ansprachen halten sollte. Wenn die Japaner erstmal ein paar Bier getrunken haben nehmen sie mich auch gerne mal von meinem Platz mit und bestehen darauf dass ich mich zwischen die Mädchen setze. Oder auch bei der Verabschiedung der Senpai 先輩 (ältere Semester) durfte ich auf den Verabschiedungskarten unterschreiben.

Zurueck zu heute. Mittlerweile ist es 10 Uhr und ich bin froh dass ich nicht, wie einige meiner Futsall Kollegen, noch ein oder zwei Stunden mit der Bahn fahren muss. Aber einige wohnen auch in der Naehe der Uni. Raus aus dem Restaurant gehe ich mit Shima und Yuna in Richtung meines Wohnheims, da sie in der Naehe wohnen. Noch ein bischen smalltalk und dann sayonara bis naechste Woche wenn es wieder heisst. Espiranca here we go!


Zum Abschluss noch ein Video. Neben dem Fussball versuchen sich meine Kollegen im Sumoringen. Viel Spass